Ein Überblick in Stichpunkten

früher:

Einzelversorgung durch Hausbrunnen oder Quellen

In Ortschaften und im Ortskern waren teilweise Gemeinschaftsbrunnen.

Die Wasserrechte waren ein wertvolles Gut. Die Wassernutzung aus Bächen und Weihern zur Felderbewässerung war vertraglich geregelt.

1860

Am Marktplatz stand (bis 1938) der alte Marktbrunnen, der sog. „Brunnkorb“, aus dem sich die Marktbevölkerung mit Wasser versorgte.

1865

Man begann mit der Suche nach einer ergiebigen Quelle, um den Wasserbedarf decken zu können.

1867

Mit einer (neuen) Holzleitung wurde das Wasser vom neuen Quellbrunnen in der Herrenstraße (Bereich ehem. Gasthaus Möginger) zum Marktbrunnen geleitet. Das Überwasser des Marktbrunnens durfte der Bierbrauer Mayer nutzen.

1877

Die Holzrohre wurden durch Eisenrohre ersetzt.

1898

Eine große Wassernot – auch die Eisenrohre erwiesen sich als nicht dicht.

Da man sich nicht einigen konnte und der Marktbrunnen wieder etwas mehr Wasser lieferte, beließ man es beim alten Zustand.

1907

In der Donauzeitung wurde erneut von „erbarmungswürdigen Zuständen“ berichtet.

1911

Am 1. September kam es zur Gründung einer privaten Gesellschaft von Bürgern. Ziel war die Herstellung und den Unterhalt einer Wasserleitung.

 

Das frühere, inzwischen abgerissene Wasserhäuschen bei Gehersberg

1911

Am 31. Dezember floss bereits Wasser aus der neuen Leitung. Beim sog. „Gföhrerl“ (am nördlichen Fuß des Blümersbergs bei Gehersberg) wurde das Wasser aus einem Tiefbrunnen in einer Leitung zum rd. 100 m³ großen Hochbehälter auf dem Blümersberg gepumpt.

Die Gemeinde stand der ganzen Sache ablehnend gegenüber und lehnte den leicht möglichen Anschluss der beiden Schulhäuser (in der Herrenstraße) ab. Die ausführende Baufirma schloss das Knabenschulhaus kostenlos an die neue Wasserversorgung an.

1929/30

Das Wasserhäuschen bei Gehersberg wurde geringfügig erweitert.

1952

Es wurden zwei weitere Quellen erschlossen und ein Zusatzpumpwerk errichtet.

1964

Die Wasserwerk GmbH, die bisher die Wasserversorgung erledigte, wurde aufgelöst. Die Wasserversorgung wurde fortan als gemeindliche Einrichtung betrieben.

Die Quellschüttung ließ zunehmend nach. Dagegen stieg der Wasserverbrauch (Zunahme der Bevölkerung, vermehrte Bautätigkeit usw.) laufend an.

Die Ostbayerischen Milchwerke (Molkerei) halfen der Gemeinde mit Wasser aus ihren eigenen Brunnen am Tonfeld, die „Wassernot“ zu überbrücken.

1964 – 68

Der sog „Fernwasserkrieg“ erhitzte die Gemüter. Während ein Teil eine Eigenlösung durch die Erschließung neuer Quellen favorisierte, sahen andere als einzig sichere Lösung den Anschluss an die „Fernwasserversorgung Bayerischer Wald“ an (heutiger Name „Wasserversorgung Bayerischer Wald“ WBW).

1968

Der Gemeinderat bestätigte im April den schon 1964 erstmals gefassten Beschluss auf Anschluss an das Fernwasser.

1970

Am 19. Oktober wurde Fernwasser in den alten gemeindlichen Hochbehälter am Blümersberg eingeleitet und floss von dort zu den angeschlossenen Häusern. Parallel dazu begann die Gemeinde mit der Sanierung des gemeindlichen Wasserversorgungsnetzes.

Das Fernwasser kam zur damaligen Zeit aus dem Donaugebiet bei Moos/Deggendorf und war ungewohnt kalkhaltig. Die Fernwassergegner sahen sich bestätigt. Der sog. „Röhrlbrunnen“ in der Brunngasse wurde verstärkt in Anspruch genommen.

1973

Es wurde ein 4.000 m³ großes Becken bei Gehersberg in Betrieb genommen, das als Versorgungsreserve für den südlichen Bayerischen Wald gebraucht wurde.

1975Die Fernwasserversorgung Bayerischer Wald nahm am Blümersberg einen eigenen Hochbeählter mit 1.000 m³ in Betrieb. Der frühere gemeindliche Hochbehälter blieb vorerst noch für den Notfall erhalten.

1983

Das Problem mit dem Kalk im Wasser, der sich in Kochtöpfen ablagerte, endete mit der Versorgung mit Wasser aus dem Trinkwasserspeicher bei Frauenau (Flanitz).

1989

Ab 1989 wurden im größeren Umfang auch die Dörfer an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen. Auf Grund der gemeindlichen Regelung besteht in Tittling kein An­schlusszwang. Der Bedarf an Wasser, die Versorgungssicherheit und gesundheitliche Sicherheit führen zu einer laufenden Erhöhung des Anschlussgrades.

2001

Die „Wasserversorgung Bayerischer Wald“ erweiterte ihren Hochbehälter am Blümersberg auf nunmehr insgesamt 3.200 m³. Dadurch wurde die Versorgungssicherheit für Tittling und die südlich gelegenen Gemeinden erhöht.

Bei der Baumaßnahme wurde der alte Hochbehälter abgerissen und der Gipfel des Blümersbergs auf jetzt 575 m üNN erhöht.

2009

Abschluss der Generalsanierung des Hochbehälters, der für die Versorgungssicherheit im Gebiet nördlich der Donau zwischen Hauzenberg und Deggendorf sorgt. Zudem dient er als Puffer für das gesamte Versorgungsgebiet, gewährleistet die Wasserversorgung in Spitzenberdarfszeiten oder kann bei Leitungsschäden zugeschaltet werden.

Die Wasserbezugsmenge von der WBW beläuft sich heute auf jährlich rd. 220 000 m³.

Der gemessene Wasserverbrauch in früheren Jahren:

1950 - 17.500 m³; 1965- 44.000 m³; 1968 - 56.000 m³; 1973 - 110.000 m³

Herbert Zauhar, 2018